FAL wird "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage"

Als Egbert Meiritz vor drei Jahren die Leitung des Friedrich-Albert-Lange-Berufskollegs in Duisburg-Neudorf übernahm, war die Idee, sich für das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ anzumelden, eine der ersten, die von der damaligen Schülervertretung an ihn herangetragen wurden. Dem damaligen Schülersprecher Richard Boateng war das Thema Rassismus aufgrund eigener Erfahrungen so wichtig, dass ihm die Beteiligung seiner Schule an diesem Projekt sehr am Herzen lag.
Über Monate hinweg sammelten Richard Boateng und seine SV-Kollegen Micah Maclot und Raphael Hecht Hunderte von Unterschriften ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler und ihrer Lehrerinnen und Lehrer. Schließlich hatten sie ca. 900 Unterschriften gesammelt und die damit erforderliche Unterstützung an ihrer Schule sicher. Sie bewarben sich beim Kommunalen Integrationszentrum in Duisburg um die Teilnahme an diesem Projekt. Schließlich sollte noch eine Patin oder ein Pate aus dem öffentlichen Leben gefunden werden, die oder der dem Projekt unterstützend zur Seite stehen könnte. Direkt zu Beginn der Überlegungen stand der Name Asli Sevindim im Raum. Als gebürtige Duisburgerin mit türkischer Migrationsgeschichte, der ihre Heimatstadt sehr am Herzen liegt, lag die Journalistin als mögliche Patin nahe.
In Zeiten der Social Media war ein Kontakt rasch hergestellt und Frau Sevindim zeigte sich begeistert, die Patenschaft für dieses Projekt zu übernehmen.
Am 26. April 2017 wurden nun im feierlichen Rahmen die Urkunde und die Plakette zur Teilnahme am Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ in der Aula des Friedrich-Albert-Lange-Berufskollegs übergeben.
Der SV-Lehrer Stefan Zwickler führte durch die Veranstaltung, die nicht nur aus verschiedenen Wortbeiträgen, sondern auch aus musikalischen und tänzerischen Darbietungen bestand. Für den musikalischen Start in die Veranstaltung sorgte der Trompete spielende Kollege Hermann Kübler. Zwischen den Reden des Schulleiters und der Schülervertreter gab es eindrucksvolle tänzerische Vorstellungen. Die drei serbischen Brüder Dino, Deki und Neso, die sich „Style Revolution“ nennen und die als Kinder mit ihren Eltern vor dem Jugoslawienkrieg nach Deutschland geflüchtet waren, vollführten äußerst eindrucksvoll einen zuweilen halsbrecherischen Breakdance, der ihnen mehrfach Szenenapplaus einheimste. Ebenfalls bemerkenswert war der orientalische Tanz von Julia Rombeck, die beim Kommunalen Integrationszentrum Duisburg zuständig ist für das Projekt.
 
Nachdem der Schulleiter und die Schülervertreter einführende Worte gefunden hatten, kam es zum eigentlichen Höhepunkt der Veranstaltung, nämlich der Rede von Asli Sevindim, der Patin des Projektes. Aufgewachsen in Marxloh als Tochter muslimischer Eltern, ist ihr das Thema Rassismus nicht völlig fremd. Sie fand genau den richtigen Ton und berührende Worte für die Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs, von denen ein großer Teil ebenfalls einen Migrationshintergrund hat. Als ihr größtes Vorbild zitiert sie Martin Luther King mit den Worten „I have decided to stick with love. Hate is too great a burden to bear.” Genau wie King steht für Frau Sevindim die Liebe für die Mitmenschen, ihre Individualität im Vordergrund. Wer sich dieser Liebe verschreibt, kann kein Rassist sein. Diese Nähe zum US-amerikanischen Bürgerrechtler King teilt Frau Sevindim mit dem ehemaligen Schülersprecher Richard Boateng, der das Projekt ursprünglich initiierte.
Um die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler einzubinden, hatte die SV Zettel vorbereitet, auf denen das Publikum den Satz „Ohne Rassismus ist die Welt ein besserer Ort, weil…“ beenden sollte. Die zum Teil wunderschönen Ergebnisse wurden dann zusammen mit Fotos der Gestaltungtechnischen Assistentinnen und Assistenten zum Thema „Rassismus“ an der Seite der Aula aufgehängt.
Nicht nur einmal betonten die Rednerinnen und Redner im Rahmen der Veranstaltung, wie wichtig es ist, dass das Projekt mit der Vergabe der Plakette nicht abgeschlossen ist, sondern dass es im Gegenteil jetzt erst beginnt. Zukünftige Aktionen und Projekte werden nun beweisen, dass die Auszeichnung zur „Schule ohne Rassismus“ kein reines Lippenbekenntnis ist für das Friedrich-Albert-Lange-Berufskolleg. Asli Sevindim wird der Schule als Patin mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Das Kollegium und die Schülerschaft sind sehr stolz und glücklich über diese Zusammenarbeit!



Julia Doppelfeld


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