„It’s your choice!“ – Politisch diskutieren am FAL-BK

Anlässlich der Landtagswahl in NRW am 14. Mai diskutierten in der Aula des Friedrich-Albert-Lange-Berufskollegs Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Parteien mit Schülerinnen und Schülern des Berufskollegs. Diese Diskussion fand im Rahmen der sogenannten „It’s Your Choice“-Tour statt, die ins Leben gerufen wurde, um jungen Wählerinnen und Wählern zu beweisen, dass Politik sie direkt betrifft und deshalb alles andere als langweilig ist. Frau Görtz hatte als Leiterin der Fachschaft Politik zusammen mit der SV diese Veranstaltung für das FAL-BK organisiert.
Als Vertreterinnen und Vertreter ihrer Parteien waren anwesend: Dr. Birgit Beisheim für Die Grünen, Britta Söntgerath für die Piratenpartei, Nicolas Back für die CDU, Phillip Becker für die FDP und Rainer Bischoff für die SPD.
Zu Beginn der Podiumsdiskussion sammelte der Moderator im Publikum Themen, deren Priorität danach durch Klatschen der Schülerinnen und Schüler festgelegt wurde. Besonders interessant fand die Schülerschaft die Themen Drogen, Schule, Polizei, Internet und Abschiebung. Leider konnten aus Zeitmangel nicht alle Themen behandelt werden.

Auf den Nägeln brannte den Jugendlichen vor allem das Thema der Legalisierung von Cannabis und so startete die Diskussion zunächst mit einer Positionierung aller anwesenden Abgeordneten zu diesem Thema. Bis auf die SPD und die CDU, die Cannabis als Einstiegsdroge und als „gefährlicher als Alkohol“ (Nicolas Back) bezeichneten, waren alle Parteien einer Legalisierung von Cannabis nicht abgeneigt. Frau Dr. Beisheim betonte allerdings, dass natürlich der Jugendschutz hier eine wichtige Rolle spielen müsse. Mit stichhaltigen Einwürfen konnten die Schülerinnen und Schüler des FAL-BK die Argumente der Politiker der SPD und CDU teilweise entkräften, wenn sie sie auch nicht von ihrer Meinung abbringen konnten. Da offensichtlich war, wie sehr die Jugendlichen dieses Thema interessierte, betonte der Moderator an dieser Stelle, wie wichtig es sei, dass man wählen gehe, damit man dafür sorgen könne, dass die eigenen Interessen politisch durchgesetzt werden.

 

Beim zweiten Thema des Tages ging es um Schule, genauer gesagt um die Relevanz bestimmter Unterrichtsinhalte und um die konkrete Vorbereitung auf das Berufsleben. Herr Bischoff betonte zu diesem Thema, dass die NRW-SPD sich das Motto „Kein Abschluss ohne Anschluss“ auf die Fahnen geschrieben habe und erfolgreich an dessen Umsetzung arbeite. Er betonte die Wichtigkeit der Allgemeinbildung und der Verbindung des Praktischen mit dem Theoretischen im Schulalltag. Da Herr Becker von der FDP selber noch Berufsschüler ist, konnte er sich sehr gut in die Probleme der Jugendlichen im Publikum hineinversetzen und Beispiele von veralteten Unterrichtsinhalten aus seinem Schulalltag anbringen. Die Piratenpartei setzt sich natürlich im Bereich Schule ein für eine größere Digitalisierung, für eine bessere Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer in Bezug auf neue Medien und digitale Aspekte im Klassenraum. Nicolas Back, der selber erst vor ein paar Jahren sein Abitur gemacht hat, betonte, wie wichtig es sei, dass Schülerinnen und Schüler selber mitwirken im Schulalltag. Nur durch Mitwirkung könne man Dinge verändern. Über den Wunsch aus dem Publikum, in der Schule mehr auf konkrete Probleme des Alltags vorbereitet zu werden, entbrannte auf der Bühne eine Diskussion über das Fach Wirtschaft und dessen Relevanz.
Zuletzt diskutierten die Jugendlichen mit den Lokalpolitikerinnen und –politikern zum Thema Polizei und innere Sicherheit. Frau Dr. Beisheim betonte, man habe in NRW versucht, den Bestand der Beamtinnen und Beamten zu halten. Immer wichtiger sollten sog. Bereichsbeamte werden; das sei sozusagen der Polizist im Viertel, den jeder kenne, zu dem man Vertrauen habe. Wichtig sei beim Thema Polizei ebenfalls die Frage des Respekts. So wie wir Bürger erwarten, von der Polizei respektvoll behandelt zu werden, so müssten auch die Bürger der Polizei mit Respekt begegnen. Dies werde immer mehr zum Problem, genauso wie bei der Feuerwehr oder bei Rettungssanitätern. Der Einsatz von sog. „Body-Cams“ werde momentan erprobt. Das aufgezeichnete Material solle auch den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung gestellt werden können. Wichtig war den Beteiligten auch die Frage nach dem Polizei-Einsatz bei Großveranstaltungen, z.B. bei Fußballspielen. Ob Fußballvereine selber finanziell für den Einsatz geradestehen sollten, wurde heiß diskutiert.
Zum Abschluss der Podiumsdiskussion durften die Abgeordneten ein ca. einminütiges Statement abgeben.
Diese Podiumsdiskussion war eine optimale Möglichkeit, sich im Zuge der Landtagswahl ein Bild von den Parteien und ihren Abgeordneten zu machen. Es bleibt zu hoffen, dass möglichst viele Schülerinnen und Schüler ihre Freiheit nutzen, wählen gehen zu dürfen.
Gut, dass solche Veranstaltungen im schulischen Rahmen stattfinden können!

Julia Doppelfeld

 


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