Von Sprachbananen und Otoplastiken: Einweihung der Hörakustik-Kabinen am FAL-Berufskolleg

Wer den Beruf der Hörakustikerin, bzw. des Hörakustikers ergreifen wollte, musste bis vor einem Jahr für den Blockunterricht die „Landesberufsschule für Hörgeräteakustiker“ in Lübeck besuchen. Inzwischen ist dies für Auszubildende in diesem Bereich aus NRW nicht mehr nötig, denn seit dem Schuljahr 2016/2017 gibt es in unserem Bundesland zwei Standorte für Fachklassen an hier ansässigen Berufskollegs.
Das Duisburger Friedrich-Albert-Lange-Berufskolleg freut sich, dass es nun bereits im zweiten Jahr neben Recklinghausen den neuen Bildungsgang Hörakustik im Hause anbieten kann. Mit der Fertigstellung der beiden Hörakustik-Kabinen, die nun am 20. September 2017 feierlich eingeweiht wurden, ist die technische Ausstattung, die zum Bildungsgang gehört, fast komplett abgeschlossen.
Zur Einweihungsfeier erschienen nicht nur viele Vertreter der ausbildenden Hörakustikbetriebe aus der Umgebung, sondern auch Gäste aus Politik und Schulverwaltung. So kamen Frau Pudenz, Ministerialreferentin vom Ministerium für Schule und Bildung, Herr Mensel von der Bezirksregierung Düsseldorf, Herr Wolf vom Amt für schulische Bildung in Duisburg und Oberbürgermeister Sören Link.
In seinen Grußworten zur Einweihung betonte OB Sören Link, dass Schulen sich öffnen müssten und dass Berufskollegs naturgemäß an vorderster Front bei der Vernetzung dabei seien. Die Stadt Duisburg sehe sich in der Verantwortung, Duisburger Schulen weiterhin zu fördern und finanziell zu unterstützen. Es müsse noch sehr viel getan werden, und zwar nicht nur, wenn es um „Beton“ gehe, so Link.
Schulleiter Meiritz ist es besonders wichtig, dass Frau Looschen und Herr Dietl, die beiden Lehrkräfte, die maßgeblich im Bereich Hörakustik unterrichten, beide studierte Hörakustiker/innen sind. Die beiden könnten die Schülerinnen und Schüler daher optimal ausbilden und auf den Beruf vorbereiten.
Jonas Hähnel, Klassensprecher im zweiten Ausbildungsjahr der Hörakustikklassen, bestätigte, dass es im ersten Jahr noch ein paar Probleme gegeben hätte. Dies ist durchaus üblich, wenn ein neuer Bildungsgang aus der Taufe gehoben wird. Mittlerweile fühlten sich aber alle sehr wohl und gut betreut. Nach seiner Rede führte Herr Hähnel zusammen mit seinen Mitschülerinnen und Mitschülern die neuen Hörakustik-Kabinen und die weiteren Unterrichtsräume des Bereiches vor. Zu sehen gab es nicht nur die Computer- und Untersuchungsräume, sondern auch von den Schülerinnen und Schülern selbsterstellte Formpassstücke für Hörhilfen oder Gehörschutze, sogenannte Otoplastiken.
OB Link durfte sich als Erster die Hörakustik-Kabinen und deren Funktionstüchtigkeit zeigen lassen. Dort erklärten die Auszubildenden fachmännisch, wie ein Hörtest durchgeführt wird, und was z.B. eine Sprachbanane ist: Ein normales Gespräch findet in einem Lautstärkebereich zwischen 20 bis 60 dB statt, was aufgrund seiner Form auf der durch den Computer dargestellten Grafik als „Sprachbanane“ bezeichnet wird. Wie gut unser Oberbürgermeister hören kann, blieb indes geheim – um die Untersuchungen durchführen zu können, müssen die Kabinen nämlich geschlossen werden.
Bei selbstgemachter Limonade und Sandwiches ergaben sich im Anschluss an die Führung noch viele interessante Gespräche. Kollegium und Ausbilder sind guter Dinge, dass der neue Bildungsgang eine Zukunft hat am Friedrich-Albert-Lange-Berufskolleg.

Julia Doppelfeld


 


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