Duisburger Hörakustik-Azubis im Austausch mit England

Oberstudienrätin Ortrud Gernand vom Friedrich-Albert-Lange-Berufskolleg führte im vergangenen Jahr ein besonderes Projekt im Englischunterricht im Bildungsgang Hörakustik durch. Im Jahre 1986 nahm die Englisch- und Deutschlehrerin zum ersten Mal teil am Austausch des FAL-BK mit der Partnerschule, dem Highbury College in Portsmouth. Damals lernte sie den inzwischen verstorbenen Lehrer Edward „Ted“ Hankin kennen. Er war nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland stationiert, hatte die Deutschen von ihrer guten Seite kennengelernt und war sehr begeistert über den Kontakt zu Frau Gernand und ihrer Familie.  Schnell wurde aus dem beruflichen Austausch ein freundschaftlicher und Ted wurde „Ehrengroßvater“ für Frau Gernands Kinder.
Ted hatte aber auch eigene Enkel. Die Zwillinge seines Sohnes Stephen und dessen Frau Angela wurden vor 14 Jahren mit einer Hörbehinderung geboren. Oliver, Ben und ihre Eltern hatten das Glück, durch die „Elizabeth Foundation“ schon sehr früh begleitet und unterstützt zu werden. Diese Stiftung kümmert sich um Kinder, die mit Höreinschränkungen geboren wurden, und sorgt dafür, dass diese hören und sprechen lernen. So war es möglich, dass den kleinen Jungen schon im Alter von sechs Monaten Hörgeräte angepasst werden konnten. Ihre kleine Schwester Emily wurde ein paar Jahre später normal hörend geboren.  
Als im Schuljahr 2016/17 der neue Bildungsgang „Hörakustik“ am FAL-Berufskolleg eingeführt und Frau Gernand beauftragt wurde, den Englischunterricht zu erteilen, nahm sie mit Ted Hankin Kontakt auf. Um sich fachlich vorzubereiten, ließ sie sich Informationen zum Thema „hearing impairment and children“ aus erster Hand zusenden und kam auf die Idee, dass ihre Schülerinnen und Schüler Kontakt mit den Zwillingen Olli und Ben aufnehmen könnten.
Im Englischunterricht überlegten sich die angehenden Hörgeräteakustiker*innen Fragen, die sie den englischen Teenagern zu ihrem Leben mit Hörgeräten stellen könnten. Unter der Anleitung von Frau Gernand formulierten sie auf Englisch eine E-Mail. Stephen Hankin setzte sich daraufhin mit seinen Söhnen zusammen und gemeinsam formulierten sie Antworten auf die Fragen der Klasse aus Deutschland.  Sie stellten Fotos und Informationen zur „Elizabeth Foundation“ zusammen und schickten alles zurück an die Hörakustik-Klasse nach Duisburg.
Aufgrund dieses Projekts konnten die Auszubildenden in einem authentischen Kontext ihre fachsprachlichen Kenntnisse in die Fremdsprache übertragen und anwenden. Darüber hinaus erfuhren sie einiges über Inklusion in England und das Leben hörgeschädigter Menschen dort.
Wunderbar, wenn sich solche Möglichkeiten bieten!

Julia Doppelfeld


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