Ein Hof wird bunt - und das FAL-BK hilft mit!

Die Sonne strahlte bereits am Morgen, Kinderlachen lag in der Luft, Menschen standen zusammen und unterhielten sich, einen Becher Limonade in der Hand. Am 5.5.2018 trafen sich Bewohner und Anwohner des Heims für Geflüchtete an der Memelstraße auf dem Hinterhof um zu feiern.
Seit 2015 dient das ehemalige Verwaltungsgebäude in Neudorf als Unterkunft für geflüchtete Menschen. In absoluten Hochzeiten lebten hier bis zu 450 Männer, Frauen und Kinder unter ungünstigen Umständen. Mittlerweile hat sich die Situation ein wenig entspannt. Es wohnen momentan 250 Menschen in dem Gebäude, allesamt mit geklärtem Status als anerkannte Flüchtlinge. Sie haben Deutschkurse absolviert und sind nun auf der Suche nach Arbeit und richtigen Wohnungen. Dabei werden sie von Sozialarbeiter*innen unterstützt.
Um ihnen die Übergangszeit im Wohnheim an der Memelstraße angenehmer zu gestalten, beschloss die Flüchtlingshilfe Neudorf, den eintönigen Hinterhof neu zu gestalten, der bislang nur als Parkplatz genutzt worden war. Unterstützt wurde die Initiative von vielen Seiten, z.B. von den Duisburger Philharmonikern, dem Luftwaffenmusikorchester Münster, dem Düsseldorfer Verein Farbfieber e.V., den Rotariern, der Malerinnung und auch von Schülerinnen und Schülern der Globus-Gesamtschule und des Friedrich-Albert-Lange-Berufskollegs.
Ein Jahr nach Beginn der Planung, fand nun die Einweihung des Hinterhofs statt. Lokale Künstler*innen und Mitarbeiter vom Verein Farbfieber e.V. gaben kurz vor Beginn des offiziellen Programms der bunten Wand noch den allerletzten Schliff, während der Grill langsam warmlief und Prof. Frank Pointner von der UDE mit seinen Freunden Danilo und Lawrence den Soundcheck durchführte. Das Trio unterhielt die feiernde Neudorfer Gemeinschaft mit folkigen Songs auf Englisch und Spanisch, bevor Thomas Krützberg, der Duisburger Dezent für Familie, Bildung und Kultur, Arbeit und Soziales einführende und lobende Worte für das Projekt fand. Er versprach, dass sowohl die Stadt als auch er persönlich das große ehrenamtliche Engagement der Duisburger weiterhin unterstützen werden. Nach der offiziellen Eröffnungsrede stellte Kai Toss von der Flüchtlingshilfe Neudorf drei Hornisten und eine Hornistin der Duisburger Philharmoniker vor, die – dem starken Wind trotzend – die Notenständer mit den Füßen und die Blätter mit Wäscheklammern fixierten. So konnten sie den feiernden Hinterhof mit klassischer Musik begeistern. Unterstützt wurden sie zum Schluss noch durch das Dirigat Hauptmann Kalweits vom Luftwaffenmusikorchester Münster, der auch eigens für diese Veranstaltung angereist war.
Mittlerweile hatte sich der Hinterhof schon gut gefüllt, immer mehr Anwohner wurden durch die Musik auf den offenen Hof gelockt, feierten, aßen und tranken mit. Kinder spielten auf den neuen Spielgeräten, Eltern, Großeltern, Ehrenamtliche und Gäste kamen ins Gespräch. An diesem Tag wurde wieder deutlich: Ein friedliches Miteinander kann so einfach gelingen, wenn man sich zusammentut, empathisch und offen füreinander ist.

Kai Toss von der Flüchtlingshilfe Neudorf ist sehr zufrieden mit dem Projekt und der Veranstaltung. Einen Wunsch hat er aber noch: Dass die Geflüchteten den großen Sportplatz des Friedrich-Albert-Lange-Berufskollegs mitnutzen können, der ohnehin meist brachliegt.

Julia Doppelfeld


 


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